Probenhaus & Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte | Luzerner Sinfonieorchester
Ein Zuhause für unsere Musik

Der Traum vom eigenen Probenhaus wird für das Luzerner Sinfonieorchester bald Wirklichkeit. Demnächst entsteht auf dem Kulturareal am Südpol in Kriens unsere neue Heimstätte.

Durch seinen Status als Residenzorchester im KKL Luzern spielt das Luzerner Sinfonieorchester in einem der weltbesten Konzertsäle. Allerdings verfügen weder das KKL Luzern noch das Luzerner Theater über einen räumlich und qualitativ geeigneten Proberaum. Aus diesem Grund ist die Realisierung eines eigenen Probenhauses ein schon lange gehegtes Ziel des Trägervereins Luzerner Sinfonieorchester.

Mit dem Probenhaus & Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte erhält das Orchester voraussichtlich im Jahr 2019 erstmals eine eigentliche Heimstätte. Dank der unterschiedlich grossen Probenräume und dem Probensaal als Herzstück wird der Neubau zum Arbeits- und Kreativzentrum. Hier können Projekte entwickelt werden, die bisher nicht oder nur unter schwierigen räumlichen Bedingungen durchgeführt werden konnten.

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Aussenansicht Probenhaus & Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte
Zusammen mit Musikschule und Musikhochschule bildet das Probenhaus einen Dreiklang. Bäume und Grünflächen mit Sitzmöglichkeiten werten den Zugangsplatz zusätzlich auf.

Musikcampus am Südpol

Durch die räumliche Nähe zur bereits bestehenden Musikschule, zur ebenfalls geplanten Musikhochschule sowie zu den Räumlichkeiten des Luzerner Theaters entsteht auf dem Südpol-Areal ein Musikcampus, der interessante Synergien und Kooperationen birgt: Kinder begegnen Jugendlichen, Studierende treffen auf berufsschaffende Musiker. Dies ist eine einmalige Chance für Luzern und unser Orchester.

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Ein durchdachtes Projekt

Als Gewinner des entsprechenden Architekturwettbewerbs wurde das Luzerner Architekturbüro Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG mit der Planung des Probenhauses beauftragt. Die Architekten haben ein prägnantes Gebäude entworfen, das eine flexible Nutzung erlaubt. Bauherrschaft und Eigentümerschaft werden durch die Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester wahrgenommen. Der Baubeginn ist noch für das Jahr 2018 geplant.

Lesen Sie den detaillierten Beschrieb zum Probenhaus & Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte

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Innen-Querschnitt Probensaal
Das Herzstück des Neubaus: Der Probensaal befindet sich im 3. Obergeschoss. Die Grundfläche erlaubt eine flexible Nutzung – vom Rezital bis zum Sinfoniekonzert.

Kreativwerkstatt für Kinder- und Jugendprogramme

Neben den Proberäumen für das Sinfonieorchester und einzelne Kammermusik-Ensembles soll der Neubau auch zu einer Kreativwerkstatt für die Musikvermittlung werden. Mit Konzerten für demenzerkrankte Menschen und Angeboten für Kinder sowie für Erwachsene mit Behinderung erfüllt das Luzerner Sinfonieorchester einen wichtigen öffentlichen Auftrag. Mangels geeigneter Räumlichkeiten musste bisher aber auch in diesem Bereich improvisiert werden. Dabei ist gerade hier eine kreative Umgebung, in der man sich wohlfühlt, unabdingbar.

Eine Übersicht über die Aktivitäten des Luzerner Sinfonieorchesters im Bereich der Musikvermittlung

Finanzierung auf breiter Basis

Die Kosten für den Bau des Probenhauses betragen rund 8 Millionen Franken. Hinzu kommen die Einrichtungskosten sowie die Einrichtung eines Fonds zur Erneuerung und Betriebsfinanzierung. Ein Grossteil des insgesamt benötigten Budgets von 10 Millionen Franken für den Bau des neuen Probenhauses & Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte konnte durch private Gönner und Mäzene sowie durch einen Beitrag des Kantons Luzern finanziert werden. In einem Benefizkonzert kamen zudem über 300'000 Franken zusammen, und in einer Crowdfunding-Kampagne wurden mit der Hilfe von rund 850 UnterstützerInnen insgesamt 578'705 Franken gesammelt. Dies entspricht mutmasslich einem Rekord für Crowdfunding im Schweizer Kulturbereich.


«Ein guter Probensaal ist sozusagen unser tägliches Werkzeug»

Interview mit Numa Bischof Ullmann, Intendant Luzerner Sinfonieorchester

Das Luzerner Sinfonieorchester probt im weltberühmten KKL Luzern. Ist es da nicht ein Luxusproblem, dass man ein eigenes Probenhaus benötigt?
Numa Bischof Ullmann: Nein, im Gegenteil! Das KKL Luzern hat ohne Zweifel einen der besten Konzertsäle der Welt. Dieser ist allerdings (und zum Glück) extrem ausgelastet für Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen. Den Saal nur für die Probearbeit einzusetzen geht deshalb nur ausnahmsweise und wäre im Normalfall übrigens auch nicht finanzierbar. Der sogenannte „Probesaal“ im KKL, den man wohl nie als solchen konzipiert hatte, aber dann trotzdem dafür eingesetzt wurde mangels Alternativen, genügt professionellen Anforderungen hingegen schlicht nicht.

Wann kam die Idee für das neue Probenhaus zum ersten Mal auf?
Seit Jahren schon wissen wir, dass es unsere erste Priorität sein muss, einen guten Probensaal zu bauen. Es ist ja quasi das tägliche Werkzeug. Alle erwarten vom Luzerner Sinfonieorchester erstklassige Qualität. Dann muss man auch die Bedingungen dafür schaffen. Nur ist es nicht so einfach, einen Probensaal zu bauen: es braucht Baugrund, Geld und Zeit. Zahlreiche Voraussetzungen müssen also erfüllt sein.

Weshalb hat man sich für den Standort beim Südpol entschieden?
Es ist der perfekte Standort aus vielen Gründen: Die Nachbarschaft zur Musikschule, der neuen Musikhochschule sowie zu Südpol und dem Luzerner Theater sind geradezu ideal. Fläche und Erreichbarkeit sind es ebenso. Am Ende wird auf dem Südpol so ein Musik-Campus entstehen. Es wird dort die „musikalische“ Post abgehen.

Welche neuen Möglichkeiten werden die Musikerinnen und Musiker im neuen Probenhaus vorfinden?
Wir werden endlich über einen qualitativ hochwertigen Probensaal für das ganze Orchester verfügen. Zudem wird es auch Räume für Registerproben sowie Einzelproben geben, was ebenso sehr ein täglicher Bedarf für die Musiker ist.

Zusätzlich wird der Neubau ein Zentrum für Kinder- und Jugendprojekte sein. Was bedeutet dies konkret?
Wir haben ja seit vielen Jahren ein umfangreiches Programm für Kinder und Jugendliche, das wir übrigens komplett privat finanziert realisieren. Tausende von Menschen sind in den letzten Jahren in die Gunst davon gekommen. Dank unserem Musikwagen konnten wir dies auch in entlegenen Regionen anbieten. Dank dem eigenen Zentrum werden wir kostengünstiger und atmosphärisch hochwertiger zukünftig noch mehr Angebote lancieren können, die hervorragend zugänglich sein werden für alle Menschen jeglicher Herkunft – im Sinne einer inklusiven Kulturvermittlung.

Wieviel wird der Neubau des Probenhauses kosten?
Wir gehen von rund 10 Mio aus (inkl. Erneuerungsfonds).

Rund eine halbe Million Franken wurde über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Wie entstand die Idee dafür?
Von den 10 Mio wird der Mammutanteil von Stiftungen und Mäzenen getragen. Diese engagieren sich also enorm (notabene ja auch sonst für das Orchester), weshalb dem irgendwann auch Grenzen gesetzt sind. Viel wichtiger aber: Dadurch dass wir durch das Crowdfunding allen Menschen die Gelegenheit geben mitzumachen, entsteht eine echte Bürgerinitiative. Niemand ist davon ausgeschlossen. Ab 5 Franken kann man mitmachen.

Ein ursprünglich privates Projekt wird somit zu einem öffentlichen. Damit entsteht Identifikation und auch Stolz, und der Inhalt wie auch der Erfolg kann von vielen Menschen der Region mitgetragen werden. Dies ist so ganz im Sinne unserer Stifter und Mäzene. Quasi ein demokratischer Ansatz der Kulturfinanzierung.

Weshalb freuen Sie sich persönlich am meisten auf das neue Probenhaus?
Weil es neben den genannten, elementaren Bedürfnissen (Probearbeit) auch etwas grossartiges für die Seele des Orchesters sein wird: Es wird dem Orchesters eine Heimat geben. Zudem: die Nachbarschaft zu anderen kulturellen Institutionen (siehe „Musik-Campus“) wird neue Brücken bauen!

Wenn Sie persönlich ein Werk wählen könnten, welches dereinst im neuen Probenhaus einstudiert werden soll, welches wäre es?
Ein Werk, das allen Menschen, die es hören, Freude macht und Anregung gibt. Davon gibt es zum Glück so viele, dass ich keines hervorheben muss: Einfach gute Musik!


«Das neue Probenhaus wird dem Orchesters eine Heimat geben. Und die Nachbarschaft zu anderen kulturellen Institutionen wird neue Brücken bauen.»

Numa Bischof Ullmann, Intendant Luzerner Sinfonieorchester

Das Interview mit Numa Bischof Ullmann wurde im Mai 2018 im Rahmen der Crowdfunding-Kampagne für das neue Probenhaus aufgezeichnet.


Kennzahlen und Daten zum Gebäude und zur Trägerschaft

  • Bauherrschaft & Eigentümerschaft: Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester
  • Betreiber: Trägerverein Luzerner Sinfonieorchester
  • Gebäudevolumen: ca. 11'000m3
  • Saalgrösse: ca. 370m2 / ca. 3’900m3
  • Einzelprobenräume: 10
  • Registerprobenräume: 3
  • Saal: 1
  • Architektur: Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG, Luzern
  • Akustik: Applied Acoustics GmbH, Gelterkinden

Factsheet zum Probenhaus (PDF)