Nikoloz Rachveli
Debut beim Luzerner Sinfonieorchester am 20. Mai 2026

Nikoloz Rachveli

Debüt beim Luzerner Sinfonieorchester: 20. Mai 2026

Nikoloz Rachveli (geboren 1979) ist ein georgischer Komponist, Pianist, Dirigent und Arrangeur, dessen künstlerisches Profil durch eine seltene Verbindung verschiedener kreativer Rollen und eine starke internationale Präsenz in Georgien und Europa geprägt ist. Er ist derzeit Generalmusikdirektor des Georgischen Philharmonischen Orchesters sowie des Nationalen Musikzentrums Georgiens, wo seine künstlerische Leitung massgeblich zur Entwicklung der zeitgenössischen georgischen Orchesteridentität beigetragen hat.

Bereits in jungen Jahren galt Rachveli als musikalisches Wunderkind. Im Alter von zehn Jahren gab er sein Dirigierdebüt mit dem Georgischen Staatsorchester und dirigierte Beethovens Fünfte Sinfonie. Ab seinem zwölften Lebensjahr präsentierte er eigene Werke in Georgien und Deutschland, sowohl als Pianist als auch als Organist. In Anerkennung seiner aussergewöhnlichen frühen Leistungen wurde sein Name 1995 in das UNESCO-Goldene Buch «New Names of the Planet» aufgenommen. Später setzte er seine Ausbildung an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort – eine prägende Erfahrung, die seine künstlerische Perspektive entscheidend formte und seine Verbindung zur europäischen Musiktradition vertiefte.

Seine Kompositionen und Arrangements werden regelmässig von führenden Orchestern und Ensembles aufgeführt und spiegeln eine breite stilistische Spannweite wider, die zeitgenössisches sinfonisches Schreiben, feinsinnige Orchestrierung und genreübergreifende Konzertkonzepte verbindet. Werke und Arrangements Rachvelis wurden unter anderem vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, den Berliner Philharmonikern, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Orchestre National de France, dem Slowenischen Philharmonischen Orchester, dem Orchestra della Svizzera Italiana, dem Estnischen Nationalen Sinfonieorchester, dem Luxembourg Chamber Orchestra, Kremerata Baltica, Kyiv Camerata, dem Ukrainischen Nationalen Philharmonischen Orchester, der St. Petersburger Philharmonie und der Kammerphilharmonie Ingolstadt aufgeführt. Seine Musik ist in ganz Europa präsent – von Deutschland und Frankreich über die Schweiz und die baltischen Staaten bis nach Skandinavien und Osteuropa.

Er arbeitete mit bedeutenden Persönlichkeiten der zeitgenössischen und klassischen Musik zusammen, darunter Giya Kancheli, Arvo Pärt und Michel Legrand, sowie mit international renommierten Solistinnen, Solisten und Dirigenten wie Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Kim Kashkashian, David Geringas, Natalia Gutman, Elisabeth Leonskaja, Lisa Batiashvili, Khatia Buniatishvili und Anita Rachvelishvili. Ebenso kooperierte er mit Künstlerinnen und Künstlern aus Jazz, Pop und Crossover, darunter Sting, Björk, Till Brönner, Chris Botti, Avi Avital, Miloš Karadaglić, Sheku Kanneh-Mason, Sergei Nakariakov, Mario Stefano Pietrodarchi, Katie Melua, Gregory Porter und Giorgi Gigashvili. Diese Projekte reichen von sinfonischen und kammermusikalischen Formaten bis hin zu genreübergreifenden Konzepten und basieren häufig auf seinen eigenen Kompositionen und Arrangements.

Seine Musik wurde in zahlreichen bedeutenden Konzertsälen Europas aufgeführt, darunter in der Elbphilharmonie Hamburg, im Konzerthaus Berlin, in der Philharmonie de Paris, in der Salle Pleyel und im UNESCO-Saal in Paris, im BOZAR Brüssel, in der Alten Oper Frankfurt, in der Schostakowitsch-Philharmonie in St. Petersburg sowie im NORDEA Concert Hall in Tallinn. Auch in der Carnegie Hall und im Lincoln Center in New York war seine Musik zu hören. In jüngeren Spielzeiten wurden wichtige Uraufführungen unter anderem beim Beethovenfest Bonn sowie in Zürich, Lugano und Ljubljana präsentiert.

Zu seiner Diskografie zählt das Album «City Lights», veröffentlicht bei Deutsche Grammophon in Zusammenarbeit mit der Geigerin Lisa Batiashvili und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Die Aufnahme mit Kompositionen und Orchesterarrangements Rachvelis wurde für ihre cineastische Weite, die feinsinnige Orchestrierung und ihre unverwechselbare künstlerische Handschrift gelobt.

Seit 2022 wird Nikoloz Rachveli auch für seine künstlerische Solidarität mit der Ukraine weithin anerkannt. Nach dem umfassenden russischen Angriff initiierte und leitete er zahlreiche Konzerte, Projekte und internationale Kooperationen zur Unterstützung der Ukraine – sowohl in Georgien als auch in ganz Europa. Er arbeitete intensiv mit ukrainischen Orchestern und Musikerinnen und Musikern zusammen, darunter dem Ukrainischen Nationalen Philharmonischen Orchester, Kyiv Camerata und INSO Lviv, und trat im Rahmen humanitärer und kultureller Initiativen auch während des Krieges in Kyiv und anderen ukrainischen Städten auf. Durch Musik, Benefizkonzerte und internationale Fürsprache wurde Rachveli zu einer sichtbaren kulturellen Stimme der Solidarität mit der Ukraine auf Europas Konzertbühnen.

Neben seiner internationalen Dirigiertätigkeit geniesst Rachveli grosses Ansehen als Komponist, dessen sinfonische, konzertante und szenische Werke emotionale Direktheit mit zeitgenössischer Tonsprache verbinden. Sein Werkverzeichnis umfasst Sinfonien, Konzerte, Ballettmusik sowie Film- und Theatermusik, von denen viele international uraufgeführt wurden und weiterhin im Repertoire europäischer Orchester präsent sind.

Durch sein künstlerisches Wirken und sein gesellschaftliches Engagement ist Nikoloz Rachveli zu einer bedeutenden kulturellen Persönlichkeit des Kaukasus geworden. Er prägt aktiv den Dialog zwischen osteuropäischen Musiktraditionen und der europäischen Konzertlandschaft. Seine Laufbahn steht für ein tiefes Bekenntnis zu künstlerischer Freiheit, internationaler Zusammenarbeit und dem Glauben an Musik als moralische und verbindende Kraft in Zeiten der Krise.

Nikoloz Rachveli wurde dreimal von den Vereinten Nationen zum UNICEF-Botschafter des Guten Willens in Georgien ernannt. Zudem erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter Georgiens höchste Ehrung, den Shota-Rustaveli-Staatspreis, für sein Lebenswerk.

 

Quelle der Bio: Artists Union ConceptArt

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