Daniil Trifonov
Der Grammy-prämierte Pianist Daniil Trifonov hat einen spektakulären Aufstieg in der klassischen Musikwelt erlebt – als Solist, herausragender Interpret des Konzertrepertoires, Kammermusik- und Liedpartner sowie als Komponist. Seine Auftritte verbinden vollendete Technik mit seltener Sensibilität und Tiefe und sorgen immer wieder für Staunen. «Er hat alles und noch mehr – Zartheit, aber auch das Dämonische. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gehört», sagte Martha Argerich über ihn.Â
Mit «Transcendental», seiner Liszt-Einspielung und seinem dritten Album als Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon, gewann Trifonov 2018 den Grammy Award für das beste instrumentale Soloalbum. 2016 wurde er von Gramophone zum Artist of the Year ernannt, 2019 von Musical America ebenfalls zum Artist of the Year. 2021 ernannte ihn die französische Regierung zum «Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres». The Times bezeichnete ihn als «ohne Frage den erstaunlichsten Pianisten unserer Zeit».Â
Die Saison 2025/26 umfasst drei Programme in der Carnegie Hall. Gemeinsam mit dem deutschen Bariton Matthias Goerne interpretiert Trifonov dort Schuberts «Die schöne Müllerin» als Abschluss einer transatlantischen Tournee mit den grossen Liederzyklen des Komponisten. Weitere Stationen führen das Duo mit «Winterreise» nach Toronto, Dallas und Washington, D.C., mit «Schwanengesang» nach Québec City und Boston sowie mit allen drei Zyklen nach Paris, Leipzig und Wien.Â
Ebenfalls in der Carnegie Hall spielt Trifonov mit Cristian Măcelaru und dem Orchestre National de France zwei grosse französische Klavierkonzerte: Saint-Saëns’ Zweites Klavierkonzert und Ravels jazzgeprägtes Klavierkonzert in G-Dur. Ausserdem kehrt er für ein Solorezital mit Werken von Schumann, Mjaskowski, Tanejew und Prokofjew auf die Hauptbühne der Carnegie Hall zurück; mit diesem Programm tourt er während der Saison durch Europa und die USA.Â
Weitere Höhepunkte sind eine Europatournee mit dem Geiger Nikolaj Szeps-Znaider, Brahms’ Zweites Klavierkonzert mit dem Cleveland Orchestra und Franz Welser-Möst, dasselbe Werk mit dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Daniel Harding sowie Beethovens Zweites Klavierkonzert mit dem Cincinnati Symphony Orchestra unter Cristian Măcelaru und dem Chicago Symphony Orchestra unter Esa-Pekka Salonen. Im Oktober 2025 veröffentlichte Deutsche Grammophon ausserdem Trifonovs neues Doppelalbum «Tchaikovsky», das die intimere Seite des Komponisten beleuchtet.Â
In der Saison 2024/25 war Trifonov Artist-in-Residence beim Chicago Symphony Orchestra und bei der Tschechischen Philharmonie. Mit letzterer spielte er unter Semyon Bychkov Dvořáks Klavierkonzert auf einer Nordamerika-Tournee, die auch in die Carnegie Hall führte. Die Saison des Gewandhausorchesters Leipzig eröffnete er mit Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 unter Andris Nelsons und kehrte anschliessend für mehrere Auftritte im Rahmen des Schostakowitsch-Festivals des Orchesters nach Leipzig zurück.Â
Zu weiteren Höhepunkten zählten Prokofjew mit Esa-Pekka Salonen und dem San Francisco Symphony, Dvořák auf Europatournee mit Jakub Hrůša und den Bamberger Symphonikern, Ravel mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Alan Gilbert sowie Schumann und Beethoven auf Europatournee mit Rafael Payare und dem Orchestre symphonique de Montréal. Zudem gab Trifonov Solo-Rezitale und gemeinsame Auftritte mit dem Geiger Leonidas Kavakos in der Carnegie Hall und an weiteren Spielstätten. Deutsche Grammophon veröffentlichte sein Doppelalbum «My American Story: North» mit Mason Bates’ Klavierkonzert, einem Trifonov gewidmeten Werk, live aufgenommen mit Yannick Nézet-Séguin und dem Philadelphia Orchestra.Â
Seit seinen Solo-Rezitaldebüts in der Carnegie Hall, der Wigmore Hall in London, dem Wiener Musikverein, der Suntory Hall in Japan und der Salle Pleyel in Paris in der Saison 2012/13 ist Trifonov in bedeutenden Konzertsälen weltweit aufgetreten. Dazu zählen das Kennedy Center in Washington, D.C., Londons Barbican Centre, Royal Festival Hall und Queen Elizabeth Hall, das Concertgebouw Amsterdam, die Berliner Philharmonie, der Münchner Herkulessaal, Schloss Elmau, die Tonhalle Zürich, das Lucerne Piano Festival, der Palais des Beaux-Arts in Brüssel, das Théâtre des Champs-Élysées und das Auditorium du Louvre in Paris, der Palau de la Música in Barcelona, Tokyo Opera City, das Seoul Arts Center und das Melbourne Recital Centre.Â
Seine Diskografie bei Deutsche Grammophon umfasst unter anderem «Bach: The Art of Life», «Silver Age» mit russischer Klaviermusik von Skrjabin, Prokofjew und Strawinsky, die Reihe «Destination Rachmaninov» mit dem Philadelphia Orchestra und Yannick Nézet-Séguin, «Chopin Evocations» sowie «Trifonov: The Carnegie Recital», den Live-Mitschnitt seines ausverkauften Carnegie-Hall-Debüts von 2013. Für mehrere dieser Aufnahmen wurde er für den Grammy nominiert; «Transcendental» wurde 2018 mit dem Grammy ausgezeichnet.Â
In der Saison 2010/11 gewann Trifonov Medaillen bei drei der renommiertesten Wettbewerbe der Musikwelt: den dritten Preis beim Chopin-Wettbewerb in Warschau, den ersten Preis beim Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv sowie den ersten Preis und den Grand Prix beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. 2013 erhielt er den renommierten Franco-Abbiati-Preis als bester Instrumentalsolist.Â
Daniil Trifonov wurde 1991 in Nischni Nowgorod geboren. Er begann seine musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren und besuchte später die Gnessin-Musikschule in Moskau, wo er bei Tatiana Zelikman studierte. Anschliessend setzte er sein Klavierstudium bei Sergei Babayan am Cleveland Institute of Music fort. Trifonov studierte auch Komposition und schreibt weiterhin Werke für Klavier, Kammerensemble und Orchester.Â