Michael Sanderling
Michael Sanderling
Seit der Saison 2021/22 prägt Michael Sanderling als Chefdirigent das Luzerner Sinfonieorchester. Die Ernennung war die konsequente Fortführung einer langjährigen, engen Partnerschaft mit dem Ziel, das Orchester im spätromantischen Repertoire – insbesondere mit Werken von Bruckner, Mahler und Strauss – international weiter zu profilieren.
Tourneen durch Europa, Asien und Südamerika sowie innovative Projekte zeugen von der Strahlkraft dieser Zusammenarbeit. Besondere Beachtung fand die multimediale Produktion von Schostakowitschs 10. Sinfonie mit dem Künstler William Kentridge, die nach ihrer Premiere im KKL Luzern und in Pompeji triumphale Aufführungen im Wiener Konzerthaus und in der Philharmonie de Paris feierte. Sanderlings Diskografie mit dem Luzerner Sinfonieorchester, darunter ein gefeierter Brahms-Zyklus bei Warner Classics sowie die Einspielung der Klavierkonzerte von Antonín Dvořák und Edvard Grieg mit Elisabeth Leonskaja, dokumentiert die klangliche Tiefe dieser Ära.
Michael Sanderlings Weg zum Dirigentenpult war von einer tiefen Kenntnis des Orchesterklangs geprägt. Nach einer glanzvollen Karriere als Violoncello-Solist, unter anderem mit dem Orchestre de Paris, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Boston Symphony Orchestra, war er von 1987–1992 Solocellist im Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur und legte mit der künstlerischen Leitung der Kammerakademie Potsdam (2006–2011) den Grundstein für sein Wirken als Dirigent. Von 2011 bis 2019 führte er die Dresdner Philharmonie als Chefdirigent in eine neue Ära und etablierte den Klangkörper in der deutschen Spitzenklasse. Ein bleibendes Monument dieser Zeit ist die vielbeachtete Gesamteinspielung der Sinfonien von Beethoven und Schostakowitsch für Sony Classical.
Neben den grossen Sinfonien umfasst sein Aufnahmewerk auch bedeutende Konzerteinspielungen mit Solisten wie Edgar Moreau und Katrin Scholz sowie Kooperationen mit dem Rundfunkchor Berlin. Auch auf der Opernbühne setzte er Massstäbe: Für seine Leitung von Prokofjews Krieg und Frieden an der Oper Köln wählte ihn die Zeitschrift «Opernwelt» zum Dirigenten des Jahres 2011.
Heute ist er Gast bei renommierten Orchestern weltweit, darunter die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, das Helsinki Philharmonic Orchestra, das Orchestre de Paris, das Dallas Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra London und das NHK Symphony Orchestra.
Neben der grossen Bühne widmet sich Sanderling mit leidenschaftlicher Intensität der nächsten Generation. Seit vielen Jahren lehrt er an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main (HfMDK). Sein langjähriges Engagement für Ensembles wie die Deutsche Streicherphilharmonie, das Schleswig-Holstein Festival Orchestra und das Bundesjugendorchester unterstreicht sein Credo, dass musikalische Exzellenz und die Weitergabe von Erfahrung untrennbar zusammengehören.